[hp_iue31.htm , Rev. 08, 2007-02-03] Energie, Energieberatung, Energiekosten, Betriebskosten

WAS IST ENERGIEBERATUNG?

Energiesparen bedeutet nicht nur den betrieblicher Eigenbedarf zu reduzieren, sondern die Energie auch optimal zu nutzen. So können erhebliche Verluste vermieden werden, indem bereits eingesetzte Energie zurückgewonnen oder mehrfach verwendet wird.

Zum klugen Energiemanagement gehört auch die Wahl der günstigsten Tarife bei dem für den jeweiligen Betrieb zuständigen Energieversorgungsunternehmen. Um die Kosten zu senken, ist es sinnvoll, einen Teil des Verbrauchs in tariflich günstigere Tageszeiten zu verlegen. Für ein gut geplantes und sorgfältig durchgeführtes Management ist es unerlässlich, alle Ziele, Lösungen und Maßnahmen in einem betrieblichen Konzept in schriftlicher Form festzuhalten. Den zu realisierenden Energiesparmaßnahmen muss ein Konzept zugrunde liegen, nach dem sie geplant und umgesetzt werden.

ERSTE STUFE: DIE IST-ANALYSE

Um die aktuell vorliegende Situation angemessen beurteilen zu können, müssen alle betrieblichen Energiedaten berücksichtigt werden. Diese Bestandsaufnahme setzt sich sowohl aus den Leistungs- und Verbrauchsdaten aller Produktionsanlagen als auch aus den Daten aller Heizungs-, Kälte-, Klima- und Druckluftanlagen zusammen, wobei auch Daten wie Strom- und Wasserverbrauch mit einfließen.

Mit Hilfe der Rechnungen der Energieversorgungsunternehmen, den Messprotokollen des Schornsteinfegers und der Heizungswartung, den TÜV-Protokollen und den Angaben der Hersteller zum Leistungsbedarf der Maschinen können erste genaue Angaben über den Verbrauch und den Leistungsbedarf gemacht werden. Zudem sollte der Energiebeauftragte den jährlichen Verbrauch mit den dazugehörigen Lieferverträgen der Versorgungsunternehmen vergleichen. So besteht eventuell die Möglichkeit, ungünstige Tarifeinstufungen zu korrigieren und Spitzenverbräuche aufzuspüren.

Die Ermittlung des Ist-Zustandes eines Betriebes ist recht arbeits- und kostenintensiv. Viele der Faktoren können auch in Eigenleistung ermittelt werden. Zur Bewertung, die mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung verbunden ist, ist der externe Energieberater zuständig.

ZWEITE STUFE: DIE SOLL-ANALYSE

Nach Ermittlung der verschiedenen Energiedaten werden die möglichen Schwachstellen untersucht. Diese sind abhängig von der Art des Betriebes und den jeweils vorhandenen Produktionsanlagen. Schwachstellen können überall dort auftreten, wo Energie eingesetzt wird und unkontrolliert verschwinden kann. Auf der Grundlage dieser Bestandsaufnahme und der Zahlenwerte, die in der Ist-Analyse ermittelt wurden, schlägt der Energieberater realisierbare Maßnahmen zur Energieeinsparung vor.

Während dieser Planungsphase wird eine erste Kostenübersicht zusammengestellt. Dabei werden die behördlichen Auflagen, Vorschriften und Gesetze berücksichtigt. Was sich zunächst teuer und aufwendig anhört, muss es nicht unbedingt auch sein, denn viele der Maßnahmen sind nicht so kostspielig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Jede vernünftig geplante Ausgabe lohnt sich. Die Amortisationszeiten sind in der Regel recht kurz.

DIE DRITTE STUFE: DER PROJEKTBERICHT

Mit der dritten Stufe beginnt im Betrieb die eigentliche Umsetzungsphase. Das Energiekonzept wird endgültig festgelegt und verabschiedet. Ein Projektbericht fasst die Untersuchungsergebnisse der beiden vorangegangenen Stufen zusammen und erläutert Sonderfälle. Der Bericht dokumentiert den Umfang der Beratung. Er zieht Schlussfolgerungen aus den bis dahin durchgeführten Untersuchungen und stellt die Vorschläge zur Verbesserung der betrieblichen Energiesituation dar.

Die verschiedenen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen müssen mit der betrieblichen Investitions-, aber auch mit der Zeitplanung koordiniert werden. Der Energieberater berücksichtigt hierbei variable Faktoren und Randbedingungen, z.B. wie sich verändernde Energiepreise auf den Wärme- und Stromverbrauch innerhalb eines Betriebes niederschlagen können.

Die Maßnahmen lassen sich ohne Schwierigkeiten umsetzen, wenn sie mit den übrigen Vorhaben sowie auf die Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe innerhalb des Betriebs abgestimmt werden. Bei aufwendigeren Maßnahmen sollte überlegt werden, ob sie eventuell verschoben werden können, wenn mittelfristig schon Sanierungs- und Ersatzbeschaffungsmaßnahmen auf dem gleichen Gebiet geplant sind.

DIE VIERTE STUFE: DIE REALISIERUNGSPHASE UND DIE ERFOLGSKONTROLLE

Jede der Aufgaben bei der Umsetzung der Maßnahmen sollte ausführlich dokumentiert werden. Durch den Vergleich von Leistungsmesswerten wird die wirkliche Menge und Größe der Energie- und Kosteneinsparung ermittelt. Es ist wichtig zu vergleichen, inwieweit die geplanten Zielvorgaben mit den erreichten Ergebnissen übereinstimmen - allerdings ist zu bedenken, daß bei "klimaabhängigen" Sparmaßnahmen der Erfolg nicht immer sofort sichtbar wird. Dies könnte möglich sein, wenn nach drei milden Wintern die Erfolgskontrolle im darauf folgenden extrem kalten Winter durchgeführt wird: bei gleichem Verbrauch kann dann der Eindruck entstehen, dass die Maßnahmen nicht erfolgreich war; dabei wäre der Energieverbrauch im kalten Winter ohne energiesparende Maßnahmen deutlich höher gewesen,

Mit regelmäßiger Buchführung und Überwachung der Strom-, Gas- und Wasserzähler kann kontrolliert werden, wie die durchgeführten Maßnahmen greifen. Eventuell lassen sich auch weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung erschließen. Dies gehört zu den begleitenden Maßnahmen des externer Beraters. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, nach Durchführung der Einsparmaßnahmen nochmals die Lieferverträge und Tarife der Energieversorgungsunternehmen zu überprüfen. In den meisten Fällen können sie der optimierten Verbrauchssituation angepasst werden.

 


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IUE-Info: Was ist Energieberatung?

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kurze Einfuehrung in das Thema Energieberatung, Analysen (Ist/Soll), Umsetzung, Realisierung, Sanierung, Vertragsprüfung

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Energieberatung, Energieeinsparmaßnahmen, Energiesparmaßnahmen, Ist-Analyse, Sollanalyse